
Die Weltgemeinschaft reagiert entsetzt auf den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Sanktionen gegen Putin, Ausschlussverfahren aus SWIFT, Waffenlieferungen an die Ukraine, der Rubel im freien Fall und Solidarität in der Krypto-Szene: Die aktuellen Entwicklungen im Überblick.
Südkoreanische Krypto-Börse sperrt russische Accounts
3. März 2022:
Die südkoreanische Kryptobörse Gopax friert russische Accounts ein und blockiert russische IP-Adressen auf der eigenen Plattform. Damit richtet die Börse ihre Handlungen nach den Vorgaben der US-amerikanischen Behörde zur Kontrolle von Auslandsvermögen und der Europäischen Union.
Andere Börsen wie Kraken sind diesen Sanktionen bislang nicht nachgekommen. Wie BTC-ECHO berichtete, setzte Binance eine eigene Taskforce auf, übernahm die Sanktionen aber nicht vollständig.
Gopax ist eine zentralisierte Handelsplattform aus Südkorea, die 2016 live gegangen ist und ein tägliches Handelsvolumen von fast vier Milliarden US-Dollar abwickelt.
Ukraine plant Airdrop für Krypto-Spenden
3. März 2022:
Während das Krypto-Spendenvolumen an die Ukraine immer weiter steigt, verkündete der offizielle Twitter-Account des Landes, daraufhin einen Airdrop geplant zu haben. Dazu soll es am heutigen 3. März um 17:00 Uhr MEZ mehr Informationen geben. Bei Airdrops handelt es sich normalerweise um die oft kostenlose Verteilung digitaler Assets, wie beispielsweise Token oder NFTs.
Zudem erklärte die ukrainische Regierung, dass Vize Premier und Digitalminister Mykhailo Fedorov zukünftig die Kommunikation rund um Krypto-Spenden während des Ukraine-Kriegs übernehmen wird.
Airdrop confirmed. Snapshot will be taken tomorrow, on March 3rd, at 6pm Kyiv time (UTC/GMT +2 hours).
Reward to follow!
Follow subsequent news re Ukraine’s crypto donation campaign at @FedorovMykhailo— Ukraine / Україна (@Ukraine) March 2, 2022
Ukrainische DAO macht Spenden in Solana möglich
2. März 2022:
Aid for Ukraine macht nun auch Krypto-Spenden in Solana (SOL) möglich. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die BTC-ECHO vorliegt.
Die DAO ist das Produkt einer Zusammenarbeit zwischen dem ukrainischen Ministerium für digitale Transformation, dem ukrainischen Web3-Unternehmen Everstake und Solana.
Bisher nahm man etwa 1,4 Millionen US-Dollar in SOL ein. Mit den Geldern sollen unter anderem Munition, Lebensmittel, Kleidung und Medikamente gekauft werden.
Sieben russische Banken von SWIFT ausgeschlossen
2. März 2022:
Die EU schließt infolge des Krieges in der Ukraine sieben russische Banken vom internationalen Zahlungssystem SWIFT aus. Das gab der Europäische Rat vor wenigen Minuten per Twitter bekannt. Aus der offiziellen Presseerklärung geht hervor, dass die Sanktionen am “10. Tag nach der Veröffentlichung im Amtsblatt der EU” in Kraft treten werden.
Bei den betroffenen Finanzhäusern handelt es sich um: Bank Otkritie, Novikombank, Promsvyazbank, Rossiya Bank, Sovcombank, VNESHECONOMBANK (VEB) und die VTB BANK.
Die größte Finanzinstitution Russland, die Sberbank, bleibt vom SWIFT-Ausschluss verschont. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, soll die Bank sich auf Anordnung der russischen Zentralbank aus dem europäischen Markt zurückgezogen haben. Zuvor hatte die EZB die europäische Zweigstelle Sberbank Europe geschlossen.
Uniswap macht Altcoin-Spenden für Ukraine möglich
2. März 2022:
Uniswap launcht eine Altcoin-Spendenplattform für die Ukraine. Das gab die dezentrale Börse am gestrigen Dienstag, dem 1. März, per Twitter bekannt.
Das Interface wandelt ERC-20 Token wie Aave, Chainlink oder MANA in Ether (ETH) um. Im Anschluss verschickt die Plattform die Coins in Einzeltransaktionen an die offizielle Krypto-Wallet der ukrainischen Regierung.
Krypto-Spenden an Ukraine steigen auf 37 Millionen US-Dollar
2. März 2022:
Die Krypto-Spenden an die ukrainische Regierung, das Militär und Wohltätigkeitsorganisationen sind auf 37 Millionen US-Dollar gestiegen. Das ergaben Recherchen von Cointelegraph.
Unter den Empfängern befinden sich unter anderem der Reserve Fund of Ukraine der ukrainischen Kryptobörse Kuna, die NGO Come Back Alive sowie die Spendenadresse der ukrainischen Regierung.
Wegen Sanktionen: Putin setzt ausländische Auszahlungen aus
2. März 2022:
Wie die armenische Nachrichtenagentur News.am berichtet, setzt Wladimir Putin per Dekret ausländische Auszahlungen vorübergehend aus. Seit Mittwoch, dem 2. März, seien Investoren aus dem Ausland nun nicht mehr in der Lage, Investitionen über 10.000 US-Dollar abzuheben.
Der russische Präsident reagiert damit auf die jüngsten Sanktionen in Folge des Kriegs mit der Ukraine. Derweilen steigt im “Westen” die Angst, Russland könne mittels Kryptowährungen versuchen, Sanktionen zu umgehen.
Bitcoin mehr wert als Rubel
1. März 2022:
Die Wirtschaftssanktionen des Westens gegen Russland haben den Rubel am Montag, den 28. Februar, auf ein Rekordtief gedrückt. Die russische Zentralbank reagierte mit einer Leitzinserhöhung von 10,5 auf 20 Prozent. Durch die drastische Entwertung ist das gesamte Bitcoin-Vorkommen jetzt mehr wert als die russische Landeswährung. Mit den jüngsten Kursgewinnen liegt die Bitcoin-Marktkapitalisierung aktuell bei 824 Milliarden US-Dollar. Nach Angaben der russischen Zentralbank lag die Geldmenge des Rubels am 1. Februar bei rund 629 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zu allen Fiat-Währungen würde die Bitcoin-Markkapitalisierung inzwischen laut Coinmarketcap Platz 14 belegen.
Ukraine akzeptiert jetzt auch Polkadot-Spenden: Gavin Wood zückt die Wallet
1. März 2022:
Die Krypto-Community solidarisiert sich mit den Menschen in der Ukraine. In wenigen Tagen sind bereits über 30 Millionen US-Dollar an Spenden in Form von Kryptowährungen an die Ukraine geflossen, BTC-ECHO berichtete. Vor allem Gelder in Bitcoin, aber auch Ethereum und Stablecoins sind über verschiedene Kanäle gesammelt worden. Jetzt gab der offizielle Twitter-Account der Ukraine bekannt, auch Spenden in Polkadot (DOT) zu akzeptieren. Gavin Wood, Mitgründer von Ethereum und Chefentwickler bei Polkadot, hatte zuvor erklärt, fünf Millionen US-Dollar zu spenden, sobald eine offizielle DOT-Adresse freigeschaltet wird. Neben Bitcoin, Ether, Tether (USDT) und Polkadot sollen demnächst auch weitere Kryptowährungen akzeptiert werden.
Flüchten Russen in Bitcoin?
28. Februar 2022:
Die Wirtschaftssanktionen des Westens treffen Russland hart, wie der Ausschluss aus dem Interbanken-System SWIFT, treffen die russische Wirtschaft hart. De facto kann über konventionellem Weg kein Geld mehr ins Land gesendet werden. Vor den russischen Banken bilden sich bereits Schlangen, viele fürchten, dass es zu einem Bank Run kommen könnte. Auch die Einfrierung der Vermögenswerte der russischen Notenbank trifft das Land. Der Rubel ist seit Jahresbeginn 23 Prozent gegenüber dem US-Dollar abgewertet. Umgehen könnten russische Staatsbürger die Sanktionen per Bitcoin. Ein Blick auf das Handelsvolumen mit Rubel legt nahe, dass genau das passiert. Nach einer Analyse von Kaiko ist das Volumen zwischen Rubel und Bitcoin so hoch, wie seit neun Monaten nicht mehr.
“Die Aktivität konzentrierte sich auf Binance”, sagte die Kaiko-Analystin Clara Medalie gegenüber CoinDesk. Russische Bürgerinnen und Bürger versuchen zudem, sich gegen die drohende Entwertung ihres Barvermögens abzusichern – und flüchten in Bitcoin.

